HISTORIE


Der Kanu‑Sport‑Verein Vreden 72 e.V. entstand aus dem außergewöhnlichen Engagement des Klassenlehrers Hans Gerd Meyring. Ende der 1960er-Jahre unternahm er in seiner Freizeit mit Schülern seiner Klasse Wanderfahrten auf der Ems und der Weser. Dabei paddelten sie mit selbstgebauten Booten – ganz nach seinem Motto: „Alles, was schwimmt und auf dem Wasser treibt, kann mitpaddeln.“

 

Eine wichtige Grundlage für die spätere Vereinsgründung war die Möglichkeit, die ehemalige Schreinerei Hilbing am Butenwall an der Berkel zu nutzen. Anfangs diente sie als Treffpunkt zum Bau der Boote. Nach ihrer Fertigstellung wurden diese auf verschiedenen Flüssen zu ersten Fahrten getestet. Später wurde die Schreinerei zum Bootslager und zugleich zum Clubraum umfunktioniert.

 

Im Jahr 1972 gründeten schließlich ehemalige Schüler von Hans Gerd Meyring den Kanu‑Sport‑Verein Vreden 72 e.V..

 

Bei den Trainings- und Paddelaktionen nahmen häufig Kinder und Jugendliche teil, die ebenfalls Interesse am Kanusport hatten. Daher beschloss die Generalversammlung 1974 offiziell die Gründung einer Jugendgruppe. Damit war die Zukunft des Vereins gesichert, denn der Fortbestand eines Vereins lebt maßgeblich von seiner Jugendarbeit.

In den 1970er-Jahren sorgten einige lautstarke Feiern zwar für Kritik in der Nachbarschaft, gleichzeitig entwickelte sich der Verein jedoch zu einem beliebten Treffpunkt für viele Jugendliche aus Vreden.

 

Am 30. Juni 1986 musste das alte Bootshaus aufgegeben werden. Aufgrund seines schlechten baulichen Zustands wurde es vom neuen Eigentümer abgerissen.

Als Übergangslösung stellte die Stadt Vreden dem Verein eine alte Garage des Bauhofs – eine ehemalige öffentliche Toilette direkt an der Berkel – kostenlos zur Verfügung. Diese konnte allerdings nur als Bootslager genutzt werden. Für Treffen oder ein aktives Vereinsleben fehlte dort der notwendige Platz.

 


Nach langer Planungs- und Vorbereitungszeit sowie zahlreichen Behördengängen erhielt der Verein schließlich die Baugenehmigung und öffentliche Fördermittel für ein neues Bootshaus. Zwischen 1990 und 1995 wurde dieses in umfangreicher Eigenleistung errichtet. Allen ehrenamtlichen und selbstlosen Helfern gilt dafür ein besonderer Dank.

 


Der Verein versteht sich bis heute vor allem als Breitensportverein. Dazu gehören Wanderfahrten auf heimischen Flüssen ebenso wie Touren in Süddeutschland.

Leistungssport steht nicht im Mittelpunkt, dennoch erreichen viele der von Mitgliedern organisierten Paddeltouren ein sehr anspruchsvolles Niveau.

Zu den besonderen Höhepunkten zählen die anspruchsvollen Nordseetouren, die seit 1976 von ausgewählten Mitgliedern durchgeführt werden. Diese Fahrten beschränken sich nicht auf das Wattenmeer, sondern führen auf der offenen Nordseeseite von Insel zu Insel. Dabei werden auch anspruchsvolle Bedingungen mit Wind, Wellen und Gezeiten in Kauf genommen.

Die Touren werden ausschließlich mit Wildwasserbooten – beispielsweise dem Modell „Alpin“ des Herstellers Lettmann – durchgeführt, beladen mit Gepäck und Proviant. Unter extremen Bedingungen mit hohen Wellen und Brechern können diese Boote gegenüber klassischen Seekajaks Vorteile bieten. Letztlich gilt jedoch: Ein Boot ist immer nur so gut wie die Person, die es beherrscht.